Schimpfen reicht nicht…

Schimpfen über Post und Bahn.
Ist gern gepflegte Aufregerei.
Kostet nichts, man macht es nebenbei.
Das ist ja alles Wahn.
Sinn hat das alles nicht.
Ist nicht auf ein Ziel gericht‘.

Die Wut, sie lässt er raus –
Alles ist ein Graus.
„Ja genau – das ist unverschämt!
Das sag ich ganz unverbrämt.“
Er will nach Haus, oder davon weg.
Alles stellt sich ihm entgegen!
Der arme Kerl fühlt sich im Dreck;
Was macht MAN nur dagegen?

Der Geschrei ist nicht wirklich adressiert.
WER soll handeln, dass WAS passiert?
Ist die Groko an Allem schuld?
Oder ist es doch das Wetter?
Sollt er haben mehr Geduld,
Dann würd‘ vielleicht so manches netter?

Als wär nichts anderes wichtiger
in dieser Welt, als SEIN Transport.
Ist beleidigt, persönlich angegriffen.
Schimpft und andere reden ihm das Wort.
So können alle schön die Luft ablassen.
Kommt Änderung? – Da muss er passen.

Ich wünsch mir anderes, das zählt im Leben.
Dass die Basis stimmt für alle,
Dafür muss der Staat was geben.
Dafür muss er raus aus der Nichtstunfalle.
Gute Bahn, Verkehr und Bildungswesen
Ist Voraussetzung – brauchen alle.

Was spräche denn dagegen,
Statt über wenig Geld zu klagen,
Beim Staat was in die Kasse käme,
Wir uns an das Geld dort wagen,
Wo die Kohle wird als Kapital gesammelt,
Eingesetzt, damit nicht die Infrastruktur vergammelt.

Entspannen würden sich die Vorurteile,
Dass es einem besser ginge,
Wenn Übel nur die Anderen ereile,
Mitmenschen man zum Nachteil zwinge.
Für gute Bildung und die Straßen gäb es Geld.
Und dafür, dass die Bahn auch pünktlich hält.

Siegbert Schwab 18/10