Der Kurze weiß, wo es lang geht

Noch ist alles recht sozial;
Für die Alten früh die Pension,
Damit Arbeit wird nicht zur Qual,
Für fast alle kollektiven Lohn.
So ist die Republik ganz recht.
Hier lebt sich’s gut und gar nicht schlecht.

Sicher gibt es auch die Armen,
Soziale Schere hier auch klafft.
Bisher gab es stets Erbarmen,
Grundgesichert, dass man’s schafft.
So ist die Republik ganz recht.
Hier lebt sich’s gut und gar nicht schlecht.

Wäre nicht die alte Tradition,
Staatsdiener pflegten ihre Vettern,
Salär reichte nicht als Lohn;
Gäbe es kaum was zu wettern.
So ist die Republik fast recht.
Hier lebt sich’s gut und gar nicht schlecht.

Heilspropheten längst erkannten,
Dass es so nicht weiter geht.
Wo soll die Heimat landen,
Pflegten wir weiter Solidarität?
Offen gilt nur für’s Geschäft.
Verdienen soll’n nur Männer recht.

Das Strachertortenbackrezept
Verlangt nach fettem Topfen
Für Eliten und ihr Geschäft,
Die eh‘ schon gut gestopften!
Lang ging die Rechnung so nicht auf,
Bis der Kurze legte dann was drauf.

Unbezahlbar sei der Wohlfahrtsstaat,
Korruption wollt‘ er bekämpfen.
So kamen Fremde ganz parat,
Soziales Mütchen gut zu dämpfen;
Freiheit, Heimat seien in Gefahr,
Ob der großen Flüchtlingsschar.

Migranten überfluten Berg und Land;
Sie sind nun die Prügelknaben,
Die er hat für Alles an der Hand,
Die sich an fetten Trögen laben,
Zerstörten das Wohl der Republik.
Hinaus damit und schnell zurück.

Der Kurze weiß, wo es lang geht.
Hat aufgetopft die Strachertorte.
Fette Arbeit für die Mannswelt,
Daheim die Frauen ohne Kinderhorte.
Die Quittung für die Alpenrepublik?
Geht’s voran oder doch zurück?

Swa 2018/08