Der Klempner

Der Klempner klemmt die Dichtung untern Arm…
So wird`s dem Dichter wohlig warm.
Hat noch einer hier erkannt,
Worum es geht in diesem Land.
Dichter, Denker sollten dominieren,
Wo nun Banausen sich gerieren
Deutschem Volk wird Angst gemacht
Multikulti sei ein großer Fehler
Müsst sich beugen fremder Übermacht.
Reinkultur und dumpfes National-Geläute
Raus sollen all die fremden Leute.
Schreien all die Deutschtum-Hehler.

Denken scheint nicht angebracht.
Gerüchte, Eingebilde schür‘n den Zorn.
Was wirklich ist, wird nicht durchdacht.
Alles Fremde spieß‘ aufs Horn!
Der Menschen Liebe, der Verstand
Versinkt im modrig brauen Land.

Hier muss der Klempner her,
Der die Leitung flickt
Auf der diese Leute stehn.
Und der Dichter, muss dann seh’n,
Dass er die Köpfe schön geraderückt.
Denn es soll nicht rückwärts geh’n.

Swa 2017/09

Verwaltungstiger

Verwaltungstiger walten,
Wo Einsicht stellt sich nicht ein:
Listen müssen Ordnung halten,
Wo sollte Sinn verstanden sein.
Die Regeln werden nun gesetzt
Von Beamten, die sorgsam trachten,
Dass Gesetze werden nicht verletzt.
Jeder soll doch Ordnung halten!

Da müssen andre ran,
Meine Hände rühr ich nicht.
Die können‘s besser, Mann!
Bin doch nur ein kleines Licht.

Kreativ sein, steht ganz hinten
Ich versuch stets zu lavieren.
Suche, wo den Platz ich kann finden,
an dem mir wird nichts passieren.
Such mir meine nette Ecke.
Die Welt berühr‘ mich bitte nicht.
Belasse es beim Rumgemeck‘re.
Bin weiter nur ein kleines Licht.

Da müssen andre ran,
Meine Stimme rühr ich nicht.
Die können‘s besser, Mann!
Bin doch nur ein kleines Licht.

Schalte sie nicht an die Birne
Vergeud‘ nicht meine Energie.
Lass‘ es sein mit dem Gehirne
sonst würd‘ ich gar noch ein Genie!
Lasse mich steuern und schön lenken,
Pinn‘ beim Trommelschlag das Ruder
Brauch dabei nicht selber denken:
Der Steuermann, mein großer Bruder.

Wie es weiter geht,
Bedenk ich lieber nicht.
da müssen andre ran.
Ich bin ein kleines Licht.

Einsam stapft der wilde Tiger
Durch den Dschungel der Gesetze.
Das Dickicht war ihm stets lieber,
Als dass er ins Licht sich setze.
Vom Dunkeln kann er besser sehn,
Was draußen im Leben so geschieht.
Wenn die Kühe auf der Weide stehn;
Ist’s besser, dass ihn keine sieht.

Wie geht es weiter?
Bedenk‘ es lieber noch.
Die Kühe grasen heiter.
Der Tiger kriegt sie doch!

(Swa 18/06)

 

Die Würde

Unantastbar so sollte man meinen,
sei des Menschen Würde.
Jeder doch etwas anders versteht
was Menschen im Hier sollte einen!
Jeder hat seine Bestimmung als Bürde
Jeder hat sich seinen Wert zugelegt,
den er gewürdigt sehen möchte
den er würdevoll und stolz vor sich trägt.

Innere Werte, Anseh‘n der Person
Was zählt, achtet man mehr?
Würdiger Auftritt wäre doch gut,
Oder reicht allein der Titel schon?
So scheint‘s insgesamt reichlich unklar und schwer,
was man wirklich möchte, was man tut,
Um Würde zu zeigen, zu achten
Haltung zu beweisen, die wäre gut.

Es ist die Moral, die das Sein bestimmt
Vorrang hat die Person
Kein System darf sich erheben
Über die Menschen, denen es dient.
Doch finden wir immer den richtigen Ton,
Der dem andern in seinem Leben
Eigene Entscheidungen überlässt?
Und kann ihm Freiheit und Zukunft geben?

Siegbert Schwab, der Sprücheklopfer 18/04