Beamte streiken nicht

Beamte streiken nicht!
Ist gegen ihre Pflicht.
Den Staat, den soll‘n sie tragen,
Stets treu und tief ergeben.
Keiner soll es je wagen
Seine Arbeit niederzulegen!

Der Beamte streikt doch nicht!
Er übt sich im Verzicht.
Macht, was ihm abverlangt der Staat.
Der Eid hat ihn gebunden
So gibt man ihm den Rat,
Füg dich – leck nur deine Wunden!

Dem Beamten wird es nicht vergönnt,
Dass er auf die Straße rennt,
Den Sold im Kollektiv erstreike.
Reden darf er und er darf bitten.
Mal sehen, wen er so erweiche
Ob Obrigkeit ändert ihre Sitten.

Wird er ungerecht behandelt,
Und sich seine Lage zum Üblen wandelt,
Muss er Klage vor Gericht anzetteln,
Damit er in der Hand was habe.
Das ist ein Bitten und ein Betteln.
Und dauert viele, viele Tage.

Dem Beamten bleibt das Warten.
Kein Urteil wächst im Garten.
Hat sich das Gericht verzogen,
Sein gewichtig Urteil abzuleiten,
Bis der Spruch wird abgewogen
Reichen nicht vier Jahreszeiten.

Wenn andere den Tarif erstreiken,
Beamte bei der Pflicht verbleiben.
Angestellte werden für ihn kämpfen,
Damit sich bessert auch sein Salär.
Der Beamte wird sein Mütchen dämpfen,
er wird schließlich Pensionär.

Der Beamte tut stets seine Pflicht.
Streiken tut er nicht.
Als des Staates guter Diener
erhält er Alimentation.
Hofft, der Staat geht nicht vor die Hühner,
Hofft auf die Pension.

(Schwab, 18/06)

Bemerkung: Beamtete Lehrkräfte dürfen nach deutschem Beamtenrecht – ein Relikt aus der Kaiserzeit – nicht streiken. Dieser Rechtsgrundsatz rettete sich über die Weimarer Zeit, den deutschen Faschismus hinein in die Bundesrepublik. Letztes Jahr von den beamteten Richtern des Verfassungsgerichts wurde er erneut bestätigt: Wenn einmal für eine Berufsgruppe, das Recht zu streiken ermöglicht werde, dann wäre das ein Dammbruch. So wurde das obrigkeitsstaatliche Individualrecht mit der Bindung einer Person an den inkorporierten Staat erneut gerettet.

Das Bundesverfassungsgericht hat damit trotz geltender Tarifautonomie, die laut Grundgesetz für alle abhängig Beschäftigten gilt, den Ausnahmetatbestand weiter zementiert.

Wo kämen wir denn hin, wenn sich der Staat nicht mehr auf seine „DienerInnen“ verlassen könnte, und die ihm kollektive Forderungen stellen könnten, statt individuelle Bitten zu unterbreiten?

 

 

Liebe ist, mag sein…

Liebe ist Sehnsucht,
Nach einem Leben, das man teilt,
mit einem Menschen, der versteht,
was man selber meint.

Liebe ist die Suche
nach einem Gefühl, das man spürt,
mit einem Menschen, der erfühlt,
wie man selber fühlt.

Liebe ist ein Moment,
in dem man den freudig erkennt,
der dich bei dem Gefühl ertappt,
was du in dir hast.

Die Augenblicke,
endlos aneinandergereiht
wie die Perlen einer Kette,
die nicht mehr zerreißt.

Liebe ist der Versuch
einen Weg zu erkunden,
den der andere mit dir geht
den du hast gefunden.

Geteiltes Erwarten
der Ernte im Rosengarten
mit einem Menschen, der versteht,
wie es einem geht.

Liebe ist Hoffnung
erstrebend das geteilte Ziel
achtsam sein, im ungleichen Schritt
damit der andre kommt mit.

Gemeinsam zu sein
gehört wie die Blume zum Wein.
Ist das Gefängnis, das befreit;
Freiheit in Gebundenheit.

Liebe ist der Weg,
den man gemeinsam weiter geht
im Vertrauen auf diese Hand
die sich in deine legt.

Sie ist Pachtvertrag
eine Übereinkunft, die lohnt,
für alle, die sind‘s so gewohnt,
so wie man es mag.

Liebe ist Legende
die Erzählung, die jeder kennt,
die das Leben in Geschichten brennt
verständlich am Ende.

Ist wahr, Sensation
ist das, was uns tief verbindet.
Im Austausch wird sie zur Fiktion
die man  in Worten findet.

Liebe ist Sehnsucht,
Nach einem Leben, das man teilt,
mit einem Menschen, der versteht,
was man selber meint.

Liebe ist die Suche
nach einem Gefühl, das man spürt,
mit einem Menschen, der erfühlt,
wie man selber fühlt.

Liebe ist ein Moment,
in dem man den freudig erkennt,
der dich bei dem Gefühl ertappt,
was du in dir hast.

Die Augenblicke,
endlos aneinandergereiht
wie die Perlen einer Kette,
die nicht mehr zerreißt.

Liebe ist der Versuch
einen Weg zu erkunden,
den der andere mit dir geht
den du hast gefunden.

Geteiltes Erwarten
der Ernte im Rosengarten
mit einem Menschen, der versteht,
wie es einem geht.

Liebe ist Hoffnung
erstrebend das geteilte Ziel
achtsam sein, im ungleichen Schritt
damit der andre kommt mit.

Gemeinsam zu sein
gehört wie die Blume zum Wein.
Ist das Gefängnis, das befreit;
Freiheit in Gebundenheit.

Liebe ist der Weg,
den man gemeinsam weiter geht
im Vertrauen auf diese Hand
die sich in deine legt.

Sie ist Pachtvertrag
eine Übereinkunft, die lohnt,
für alle, die sind‘s so gewohnt,
so wie man es mag.

Liebe ist Legende
die Erzählung, die jeder kennt,
die das Leben in Geschichten brennt
verständlich am Ende.

Ist wahr, Sensation
ist das, was uns tief verbindet.
Im Austausch wird sie zur Fiktion
die man  in Worten findet.

(Siegbert Schwab)

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Männer mit Bart

Erotik

Erotik oder nicht,
der Bart beim Manne
wächst einfach im Gesicht.
Wird er nicht rasiert und nicht gestutzt
– dann bleibt er als des Mannes Putz.
Putzen tun sich Frauen auch,
doch ist der Bart hier selten in Gebrauch.
Ob der Bart denn Mann so wirklich macht,
ziehen wir nun gar nicht in Betracht.
Erotik ist was gegenseitig zieht
– mit und ohne Bart –
entscheidet das Gemüt.
16/08

MIRROR STRINGS

Wenn die 4 MusikerInnen auftreten, dann sind sie spiegelbildlich angeorndet: in der Mitte die zwei Celli (PHILLIP WENTRUP, SAMUEL SELLE) und und rechts links die Gitarren ( JOHANN JACOB NISSEN und LUISA MARIE REICHELT).
Eine einmalige Quartett-Formation mit 20 Saiten, die alles aus den Instrumenten herausholt und auch so, dass kein Instrument im gemeinsamen Klang zurücktritt.

Grieg, Brahms, Piazolla werden gekonnt neu orchestriert – aber auch spziell für sie diese Formation geschriebene Stücke  (Tristan Köster, Shadi Kassaee, Tilman Hübner) springen in die Ohren und erzeugene eine feine Resonanz.

Hier eine Interpretation von „You never walk allone“

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Eine Jazz-Geschichte

Seit Jahren, zwanzig sollen es sein, treffen sich vier Musiker jeden Donnerstag im Schlagzeugstudio von Georg von Kügelgen in Kiel. Den Tee, den er für seine Bandkollegen vorbereitet, trinken Stephan Sheja, der aus Brux am Westenssee kommt, Christian Wolff aus Neumünster und Peter Goden aus Aukrug. Sie proben an Stücken, die Peter immer wieder neu mitbringt.

Seit Jahren, zwanzig sollen es sein, treffen sich vier Musiker jeden Donnerstag im Schlagzeugstudio von Georg von Kügelgen in Kiel. Den Tee, den er für seine Bandkollegen vorbereitet, trinken Stephan Sheja, der aus Brux am Westenssee kommt, Christian Wolff aus Neumünster und Peter Goden aus Aukrug. Sie proben an Stücken, die Peter immer wieder neu mitbringt. An die Hundert sollen es inzwischen sein. Peter stellt damit immer wieder Herausforderungen an Stephan mit seinem Piano, Christian am Bass (der ihn inzwischen genauso mag wie die Gitarre) und Georg ist eh in seinem Element am Schlagzeug.  Kein Wunder, wenn so mancher Tee kalt wurde und neu aufgesetzt werden musste.

Spielen sie eigentlich auch Standards, wäre fast müßig zu fragen. Ginge auch, ist abr nicht nötig. Peter Godens Kreativität in der Komposition scheint unerschöpflich. Somit ist bei jedem Konzert immer mal wieder etwas Neues dabei oder Altes, das neu zu Gehör gebracht wird. Jedes Konzert der vier von JAZZ ORANGE wird ein neuer Reigen von bildhaften und ausdrucksstarken Stücken, ein musikalisches Kaleidoskop. Eine Variété von Szenen, Bildern und Geschichten, in denen Gefühle und Stimmungen lebendig werden. Man hört den Bass tanzen, fühlt das Unbehagen und die Schwierigkeiten, das mancher mit dem Dreivierteltakt beim Walzer hat, fühlt die Stimmung beim Spaziergang zu zweit, bei dem keiner ins Leere greift, sitzt am Strand und und genießt in der Morgendämmerung, wie die Sonne am Horizont ihr Erscheinen ankündigt und am Ufer des Flusses, der an einem vorbeiströmt.  Oder man ist endlich wieder unterwegs und reist durch die Welt.

Mann kann auch nachvollziehen, wenn nach der konzentrierten Abgeschlossenheit einer (Bach-)Probe, die Musiker wieder in das „Wilde Leben“ der Holtenauer Straße treten. Und als notwendiger Abschluss: „Colored Snow“, bei dem  immer wieder der Tangotakt durchbricht.

So erlebt mit JAZZ ORANGE im KDW Neumünster

Swa 18/11

Ornithologie

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Der Spatz am Tisch

Tschilpen, flattern, hüpfen um den Tisch.
Braungescheckt und schwarzgefleckt mit Hopserlandung an der Kante.
Schwarzmatter Kegelschnabel, dunkle Perlenaugen
sondieren Krümel ungeniert.
Dürre Beine, feine Krallen klammern fest am Rand.
Ruckend, suchend dreht der Kopf und steht nie still.
Windgepluster in den Nackenfedern,
Flügelflatternd unterstützte Hüpfer.
Krümel liegen pickbereit.
Noch ist Vorsicht angezeigt!
Rückversichernd ruckt der Kopf – Augen blicken je zur Seite.
Neue Hüpfer vor und auch zurück.
Flatterflug zum Krümel, schräg tapsig nähern, schneller Pick!
– das ist des Spatzen Trick!
(…mutig frech macht er ‚nen „Satz“ und der Krümel ist im Spatz!)

2016

 

Schönwetter

Schönes Wetter
Ist heut nicht.
Kalt nicht richtig,
Aber regnerisch.
Warm nicht richtig,
nicht für dich und mich.
Besser bleib zu haus.
Ruh‘ dich auf dem Sofa aus.

Trink den Kaffee,
Selbst gekocht.
Ess‘ den Kuchen,
Selbst gebacken.
Fang nicht an zu rackern.
Ruhe sollst du suchen.
Zünd‘ die Kerzen an,
Dann hast du wohl getan.

Im Kamin das Feuer
Ist nicht schlecht.
Davor die Coach,
So ist es recht.
Leg dich lang darauf.
Lass die Flammen Prasseln
Ruh dich selig aus.
S’gibt nichts zu vermasseln.

Auf dem Sofa
Ist noch Platz.
Rück zur Seite
Für den Schatz.
Freude ihr bereite,
Auf den Lippen leise Töne,
Sanfte Hände auf der Haut.
Genieße all das Schöne,
Damit Sie glücklich schaut.

Schönes Wetter
Braucht es nicht.
Schöne Stimmung
Ist doch besser.
Die kriegst du selber hin.
Nicht im Alltag wühle.
So bekommt es keinen Sinn.
Lieg entspannt und fühle!

Swa 18/08