Kürbissuppe

Gedrucktes sei kein Medium,
So denken’s viele Menschen.
Auch solche mit ‘nem Studium,
Die’s besser wissen könnten.

Gedrucktes sei kein Medium,Kuerbissuppebuch01
So denken’s  viele Menschen.
Auch solche mit ‘nem Studium,
Die’s besser wissen könnten.
Bücher, Schriften und Prospekte,
Täglich aufgeschlagen, vorgelegt,
Vergessen, was man darin entdeckte,
Dass Gedrucktes uns bewegt.
Alle schönen Künste treffen sich doch hier,
Lesbar, denkbar, spürbar – von dir und mir.

Diese Kunst, sie sei von Gott gegrüßt,
So man’s in alten Schriften liest.
Liegt sie heute unter uns’rer Lupe,
Bleibt nur : „Gott grüß die Kürbissuppe!“

Die Zukunft scheint sehr ungewiss,
Rasend ändert sich die Welt.
Kommt der Drucker da noch mit,
Wenn nur das Digitale zählt ?
Die Schwarze Kunst, sie ist nicht selbstbewusst,
Als Branche, die geballtes Wissen trägt.
Mancher pflegt den bloßen Frust,
Der Blick nach vorn, von Angst geprägt.
Verdrängt das Digitale nun das Analoge?
Ist noch Platz auf der Digitalisierungswoge?

Die Kunst, die einst von Gott gegrüßt,
Für den, der Analoges liest.
Vielen ist das heute schnuppe.
Was bleibt : «Gott grüß die Kürbissuppe!“

Bist du Suppenkasper in der Digitalen Welt
Wirst du nicht wirklich satt.
Auch wenn dir das nicht gefällt,
Die andern machen dich dann platt.
Lerne Surfen auf den digitalen Wellen.
Steh aufrecht auf dem eignen Board.
Finde dich zurecht mit Matrix und Tabellen.
Suche da den angestammten Ort.
Trau dich in die digitale Flut zu stürzen,
Die Suppe mit der schwarzen Kunst zu würzen.

Da brauchst du keinen Gottesgruß,
Gehst aufrecht und auf eigenem Fuß.
Gekocht wird für die eigne Truppe.
Gelobt sei nun die Kürbissuppe!

Schwab 19/11

Ausgedampft

Heute keucht und dampft die Lok
kaum mehr.
Braucht sie doch Feuer, Dampf
und Druck,
und den Heizer, der sie füttert –
bitte sehr!
Allein der Führer reicht kaum
für den großen Ruck
Der kann nur kurbeln
und die Pfeifenstrippe zieh‘n.
Damit ist’s bei ’ner richt’gen Lok
noch lange nicht gedient!
Aber Dampfen, Rauchen ist ja heutzutag verpönt;
dass es so ist, sind wir schon gewöhnt.
Drum steht die Lok im Schuppen
Und bleibt nur was zum Gucken!
Und der Heizer, zieht an seiner Zigarette;
weilst er erzählt wie’s war, wie’s ist, was er gern hätte!
Swa 17/02