Endlich wieder tanzen!

Wir werden nicht vor Leuten ducken,
Die auf Vernunft nur spucken,
Händler mit der Angst im Überfluss,
Unanständig bis zum Überdruss
Wir kennen die Distanz, die sein muss.

Wir wollen endlich wieder tanzen.
Uns umarmen, frei Gedanken pflegen,
Auf einem Teppich von Akkorden leben
Oh, nein, nein, nein, nein, nein.
Wir wollen endlich wieder tanzen,
Uns umarmen, frei Gedanken pflegen,
Auf einem Teppich von Akkorden  leben

Frei wie die Vögel weiterziehen
Nie wirklich weise, nie sich fügen
An keinen Treueschwur gebunden
Nicht schweigen in den Morgenstunden
Zum Reden haben wir uns eingefunden

Wenn abends übern Fersehapparat
Der gute König zu uns sprach,
Das Urteil uns verkündet hat,
Respektieren wir‘s auf keinen Fall
Doch mit Eleganz auf jeden Fall.

Wir wollen endlich wieder tanzen.
Uns umarmen, frei Gedanken pflegen,
Auf einem Teppich von Akkorden leben
Oh, nein, nein, nein, nein, nein.
Wir wollen endlich wieder  tanzen,
Uns umarmen, frei Gedanken pflegen,
Auf einem Teppich von Akkorden leben

Im Bus, der Metro und im Supermarkt,
Selbstbescheinigt man nur dorthin darf
Jeden Blödsinn gibt’s nur auf Rezept.
Aber wehe dem, der selber denkt.
Wehe dem, der aus der Reihe tanzt

Diese starre Obrigkeit,
Dieser Hang zur Sicherheit,
Vertrauen kann man ihr nicht schenken
Wo sie doch nur daran denken
Unsere Freiheit einzuschränken

Wir werden nicht vor Leuten ducken,
Die auf Vernunft nur spucken,
Händler mit der Angst im Überfluss,
Unanständig bis zum Überdruss
Wir kennen die Distanz, die sein muss

Die unsrer Gesundheit wirklich nützt,
unsre Psyche, Umwelt und Soziales schützt
Unser Lächeln und die Intelligenz,
Ohne Widerstand, und Präsenz
Werden wir nur Instrumente der Demenz

Wir wollen endlich wieder weiter tanzen.
Uns umarmen, frei Gedanken pflegen,
Auf einem Teppich von Akkorden leben
Oh, nein, nein, nein, nein, nein.
Wir wollen endlich wieder weiter tanzen,
Uns umarmen, frei Gedanken pflegen,
Auf einem Teppich von Akkorden leben.

Nach dem Text von HK et les Saltimbanks 21/12  –  Comp. Calogero 2015 – Danser Encore


Link zum offiziellen Youtube-Video

Angst

Die Angst geht um…

Die Angst geht um.
Die Furcht vorm Tod.
Ungreifbar nur,
Das wird zur Not.
Weil da Menschen sterben
Am Virus, den doch wir vererben
Sein krankes Werk zu tun.

Keiner kann ihm wirklich hindern.
Er sucht sich seinen Ort.
Kann er einen Menschen finden,
Ist er auch schon dort.

Die Angst frisst auf
Verstand und Seele.
Unfassbar nun,
Schnürt zu die Kehle.
Kontakte soll’n wir meiden
Machen uns zu Feinden.
Ob das die Angst bezwingt?

Keiner kann sie wirklich hindern
Sie sucht sich ihren Ort
Kann sie einen Menschen finden
Ist sie auch schon dort.

Die Krise ist.
Wird deklamiert.
Begreifbar nun,
Die Angst regiert!.
Pflicht ist Folge leisten,
Sollen nicht mehr selber meinen
Die Regeln stehen fest!

Keiner kann es wirklich hindern.
Es sucht sich seinen Ort.
Kann es einen Menschen finden
Ist es auch schon dort.

Ist Mut besiegt
Die Liebe weg
Und handeln nur
Wie’s festgelegt
Schlagen angstgebunden
Selber uns die Wunden
Und fragen, wer sie pflegt.

Nur wir selber können’s hindern
Dass es sucht sich seinen Ort
Respektvoll zueinanderfinden
Das wär doch mal ein Wort.

Siegbert Schwab 2021/03

Schule schafft

„Des Morgens hat er recht und mittags frei…“
Weiß der Volksmund – denkt sich nichts dabei.
Wenn‘s um Schule und die Lehrer geht;
Redet jeder mit und fühlt sich kompetent
Weil er diese Anstalt auch von innen kennt.
Und seine Vorurteile mit sich trägt.
Von halbverdautem Wissen angeregt.

Dem Staat die Schulen kosten doch nur Geld
Auch Lehrer werden dafür eingestellt.
Für die Bildung sollen sie nicht ruhn
Ist doch deren Profession, ihr Job
So wissen‘s alle – aber nur ganz grob
Für uns‘re Kinder sollen sie was tun.
Und sollen nachmittags bestimmt nicht ruhn

Jedoch, dass Wissen meist nicht reicht
Das vergessen viele nach der Schule leicht
Gelernt ist, wenn man‘s wirklich kann.
Wer nur halbes Wissen mit herum sich trägt
Und seine Vorurteile weiter pflegt
Der bringt die Bildung sicher nicht voran
Weil man weiß, dass er nichts richtig kann.

Geht es nur darum, dass er das Abi schafft
Dann hat er’s wirklich nicht gerafft.
Dass aus seinem Wissen Können wird
Dafür braucht er Übung, dazu auch die Zeit
und die Lehrkraft, stets für ihn bereit
Ihn durch die Bildungsklippen manövriert
Und wir dann hoffen, dass aus ihm was wird.

Die Bildung bleibt oft nur als Etikett
Man klebt sich’s obendrauf und findet’s nett.
Behandelt Lehrer so, als wär’n sie hohl
Verstünden nichts von ihrm Geschäft
Und machen’s keinem wirklich immer recht.
Wenn jeder sorgt sich nur ums eigne Wohl
So bleibt es in den Köpfen wirklich hohl.

Ehrlich sollte man sich zugestehn
Mit dieser Haltung kann es so nicht weiter gehn
Schafft die Lehrer endlich wieder ab
Bildet eure Kinder selber aus
Für Bildung gäb der Staat dann nichts mehr aus
Viel Geld und Ärger würde uns erspart
Wir brauchen keinen Bildungsstaat.

Dann könnte man doch schön in Blankenese bleiben
Dort der höchren Schichten Ideal verteidgen
Jeder bleibt am angestammten Platz
Könnt’s Kommando in der Wirtschaft führn.
Anstatt als Bildungskapitän sich aufzuführen
Dann macht und lernt auch jeder, was er rafft
Der Zwang der Schule endlich abgeschafft.

Der Sprücheklopfer 21/3





Der Frühling und sein Duft

Draußen schon die Knospen sprießen.
Drinnen sitzen magst du nicht.
Raus in‘ Wald und auf die Wiesen
Die Natur dort zu genießen
Drinnen kriegst du nur die Gicht.

Brich aus – weg mit diesen Wänden
Deinen Hintern hebe auf
Sieh Forsythien leuchtend gelben.
Weiße Schwarzdornsternchen schweben…
Draußen blühst du selber auch.

Drüber ruht der blaue Himmel
Sanfte Böen mischen Luft
Zwei allein  – nicht im Gewimmel
Fühlend, hörend deine Stimme
Diesen Klang, des Frühlings Duft.

Siegbert Schwab 2020/03

Das war letztes im März – heute ist der 30. März 2021.

Kein Jahrgang wie im Jahr zuvor.

Kein Jahrgang ist so wie im Jahr zuvor.
Sagt man bei jedem guten Wein.
Kein Jahr vergeht so wie das Jahr davor,
Erkennen wir so oft im Nachhinein
Dies‘ Jahr ist ganz besonders anders.
Das Nächste zeigt sich nochmals neu.

Das Leben ändert sich
Man verändert auch sich selber.
Manchmal mehr, manchmal sehr.
Manches Mal auch nicht.

Die Gärung erst, sie bringt‘s an‘s Licht
Dunkle Beeren werden roter Wein.
Süße Trauben werden klarer Saft
Von welchem schenken sie dir ein?
Und welchen wirst du dir erlauben?
Und welchen magst du wirklich nicht?

Das Leben ändert sich
Was du machst entscheide selber.
Manchmal mehr manchmal kaum
Manches Mal auch nicht.

Die Flasche schützt den guten Wein.
Hält den Wein in sich gefangen,
Hält dicht und schließt ihn ein.
Bis wir dann nach ihm verlangen,
Den dichten Korken aus ihr ziehen
Und füllen Wein in uns‘re Gläser ein.

Gerade wenn sich’s Leben ändert
Suchen wir die guten Orte.
Manchmal mehr, manchmal sehr
Trinken dort den Wein.

Zusammen sein, bei einem Fest..
Werden dann gemeinsam trinken.
Wie Küken gut geschützt im Nest
In Süßer Stimmung ganz versinken.
Der Wein, er wird dann ausgetrunken.
Bis zum letzten Rest.

Vieles ändert sich im Leben
Achten aber stets darauf
Machmal mehr, manchmal sehr
Dass es geht bergauf

Am Berg die Trauben Stock an Stock
Wachsen an geraden Reben
Reifen durch das Laub geschützt
Sie werden wir drum pflegen
Sei dieser Berg auch noch so steil
Der Wein, er wächst doch dort!

Vieles ändert sich im Leben ,
Was uns zusammenbindet
Manchmal mehr, manchmal sehr;
Binden wir es fest.

Siegbert Schwab – 2020/12/20

Der Tod des Wolfs

Ein Versuch der Übertragung des epischen Gedichts von Alfred de Vigny (1797 – 1863), einem Schriftsteller der französischen Romantik und Zeitgenossen von Victor Hugo. De Vigny schrieb sein Gedicht in in der strengen Form von Alexandrinern.
Es wurde veröffentlicht in der Sammlung „Les destinées“, die seine schicksalsergebene, pessimistische und grundsätzlich kritische Haltung gegen Gesellschaft und Staat zum Ausdruck bringt. De Vigny stellt die Stoa als eine geistige Haltung heraus, die die Welt in ihrem Gesamtzusammenhang zu erkennen und anzuerkennen sucht und trotz der wahrnehmbaren „Weltverfallenheit“ eine Gleichwertigkeit aller Menschen und der Natur in der geistigen und ethischen-moralischen Haltung und Verantwortung des Einzelnen einfordert.

I.
Die Wolken wandern vor dem glühend roten Mond
Der schwarze Wald sich weitet bis zum Horizont
Wie aus dem Feuer ziehen Wolken weiß wie Rauch
Wir gingen, schweigend, über dichtes Heidekraut
Durch feuchte Gräser, unter nassen Zweigen,
An Tannen sich die Marken deutlich vor uns zeigen
Die Zeichen starker Krallen tief hineingekratzt
Von Rudel wilder Wölfe, denen folgt die Jagd
Da horchen wir nun auf und Schritte machen halt
Der Atem stockt wird still, über Wiese und dem Wald
Kein Hauch mehr in der Luft, der sie zum Beben bringt
Die Trauerfahne wogend, unterm Himmel schwingt
Es weht der Wind da oben, treibt die Wolken über Land
Zu Spitzen hoher Türme er kaum hinab gelangt
An Felsenwänden Eichen lehnen leicht geneigt
Wie auf den Ellenbogen schlafend sich gebeugt
Kein Laut durchbrich die Stille; als man die Köpfe senkt
Des alten Jägers Blicke suchend zum Boden sind gelenkt
Den weichen Sand betrachtend, sieht die Stelle dort
Wo keiner drückte bisher Spuren in den Ort
Die Marken nun sich zeigen -, deutlich klar uns allen –
Die Spuren ihres Zuges, Tritte mächt‘ger Krallen…
Von zweien großer Wölfe – zwei der Welpen mit dabei.
II.
(…) Wir gehen Schritt um Schritt und biegen Äste weg.
Und plötzlich dort im Dunklen hell das Augenpaar
Zwei vage Schemen werd‘ ich noch gewahr
Und unterm Mond sie tanzen mitten auf der Heide
Sie tun wie junge Hunde voll von heller Freude
Wenn‘s Herrchen heimkommt – sie begrüßen ihn dann froh
Ihr Tanz war fast der selbe, und das Ausseh‘n ebenso
Des Wolfes Kinder spielten – lautlos ohn‘ Geschrei –
Wohl wissend halb nur schlafend, Schritte neben bei
Der Mensch in seinem Mauern, drohend als ihr Feind
Der Wolf am großen Baum er wachend steht
Die Wölfin ruhend marmorgleich in Rom verehrt
Als Mutter Kinder nährend an behaarten Flanken
Wo Remus dort und Romulus an Zitzen tranken
Der Wolf erkennt und stellt sich aufrecht vor uns hin
Die Krallen fest und tief in Sand gegraben sind
Er sieht sich nun verloren, wurde überrascht
Kein Rückzug keine Wege sind mehr frei gemacht
Dann packt sein brennend Maul, die scharfen Zähne
Den ersten Hund und schlitzt ihm auf die Kehle
Die Kiefer lassen nicht mehr locker, halten fest
Und trotz der Schüsse in sein Fleisch und tief verletzt
(…) Der Hund starb lang vor ihm und rollt vor seine Füße.
Nun lässt der Wolf ihn liegen, richtet seinen Blick
Auf vorgehalt’ne Messer hebend sich zum Stich ,
(..) Noch einmal schaut er auf dann fällt zurück sein Kopf
Er leckt sein rotes Blut, das aus dem Maul ihm tropft
Und ohne zu ergründen, wie’s gekommen sei
Erlischt sein Blick und stirbt er ohne einen Schrei
III.
Gestüzt auf mein Gewehr, das ohne Pulver ist
Gedanken muss ich fassen – in mir’s heftig frisst –
Bei uns‘rer Jagd im Wald nach diesen wilden Tieren
Erfasst mich der Gedanke, konnt‘ ihn nicht verlieren:
Die schöne, dunkle Witwe, seine beiden Jungen
Sie haben ihm die große Prüfung aufgezwungen
Es war doch seine Bürde diesen Kampf zu wagen?
Damit sie später lernten Hunger zu ertragen
Anstelle in den Dörfen, Teil des Pakts zu werden
Für Menschen unterwürfig schützend deren Herden
Der Menschen Gut bewachen, dort für sie zu jagen
Wo einstmals ihr Besitz doch Wald und Felsen waren
(…) Ach Weh! Die Überheblichkeit des Menschen
Beschämt erkenn ich unsres Wissens trübe Grenzen
Wie können wir das Leben, seine Übel leugnen
Denn Ihr die schönen Tiere seid doch dessen Zeugen!
Vergaßen dass wir kamen aus der Erde Schoß
Die Stille nur ist groß, der Rest ist Schwäche bloß
Ich habe dich verstanden, freies wildes Tier
Denn deine letzten Blicke trafen‘s Herz bei mir!
Sie deutlich sagten: „Willst du deine Seele zeigen
So sollen Eifer, Neugier und Gedanken bleiben
In hohem Maß erhalte stoisch deinen Stolz…
Im Wald und frei geboren kerbt man dir ins Holz
Das Jammern, weinen, beten ist kaum mehr als feig.
Was Du erkannt als deine Pflicht, energisch sei verfolgt
Ereilt dich dann dein Schicksal, dass der Tod dich holt,
So mache wie ich’s tat und leide, stirb und schweig.

Alfred de VIGNY – Übertragung Siegbert Schwab 2021/03

Es ist kalt

Hass ist deines Herzens Winter.
Mitleid zeige, sei ganz unverzagt.
Behalte bei dein Siegerlächeln;
Aus dem Sturm der Regenbogen ragt.

Es ist kalt*

Der Winter hartes Pflaster weißt.
Die Zeit die Jugend nahm zur Beute.
Der Kuss in süße Hände beißt;
Der Hass verweht dir deine Freude.   

Schnee bedeckt den dunklen Graben.
Licht nur fahl darüber schimmert.
Schließ die Türe vor den Raben!
Schließ die Fenster vor dem Himmel!

Dein Herz, es bleibe weiter offen!
Dein Herz, es ist die heil‘ge Pforte.
Verdeckt auch Nebel uns die Sonne;
Hindurch gelangen Trostes Worte.

Das Glück bezweifelt, gift’ge Saat;
Menschen sich dem Neid ergeben.
Zweifeln tief an Priestern, Staat.
Glaub an tiefe Liebe – Leben!

Glaub an Liebe, immer ganz!
Liebe leuchtet aus der Ferne.
Liebe, wie im Feuertanz!
Liebe unterm Licht der Sterne!

Liebe und verzweifele nicht.
Deine Seele hält den Schatz.
Wo man tröstend Sätze spricht,
Alles findet seinem Platz.

Freundschaft ohne Langeweile,
Selbst mit dir im Frieden stehe,
Nachsicht für die andren teile,
Schwamm verwische alte Fehler.

Die Gedanken halte fest,
Lass nichts fallen. nichts zurück.
Brenn der Liebe helles Licht.
Lass erleuchten unser Glück.

Dem Dämon bittrer Feindschaft
Entbiete deine heitre Süße.
Die Gnade zieht aus dem die Kraft,
Was Hass dir warf vor deine Füße.

Hass ist deines Herzens Winter.
Mitleid zeige, sei ganz unverzagt.
Behalte bei dein Siegerlächeln;
Aus dem Sturm der Regenbogen ragt.

Bewahre immer deine Liebe.
Auch winters leuchtet jeder Stern.
Kein Gott entfernt ihn je vom Himmel;
Halte nichts von deiner Seele fern.

(20/11 Siegbert Schwab aus dem Französischen nach
Victor Hugo: Il fait froit)


(*) 3. Version – So ein Text entwickelt sich. Er springt einen an, lässt einen nicht mehr los. Man liest und findet sich rein. Entdeckt die „unrunden“ Stellen, feilt an Wörtern und Rhythmus; meint, dass könnte doch besser sein!

 

Halloween dies Jahr

Gib was in den Sack
Nüsse mag ich nicht
Äpfel lehn ich ab
Süßes gern ich mag.

Halloween dies Jahr

Hallo, sag‘ ich mal
Wie geht es dir?
Schon wie letztes Jahr
Steh ich vor der Tür.
Maske vorm Gesicht
Beutel mit dabei
Bitte herzlich dich
Gib mir was hinein.

Beutel ist halbvoll
Singen kann ich nicht
Verse sind nicht toll
Trotzdem bitt ich dich
Gib was in den Sack
Nüsse mag ich nicht
Äpfel lehn ich ab
Süßes gern ich mag.

Bin ja noch so klein
Deshalb steh ich hier
Ernte ist vorbei
Teile was mit mir.
Weiß zwar nicht warum
Man mich zu dir schickt
Doch es kommt was rum
Wenn du Süßes gibst.

Hallo, sag ich mal
Gut geht es mir
So wie jedes Jahr
Steht ihr vor der Tür.
Maske vorm Gesicht
Trag auch ich diesmal
Hoff ihr schreckt euch nicht
Halloween dies Jahr.

Schwab 2020/10/31

Trübe Zeit im November

Ein Lüftchen durch das Leben zog
Entlüftung kaum auf einen Stoß
Der Luftzug hat uns nicht erfrischt
Es war die kleine Ahnung bloß
von dem was wär‘, wenn’s wirklich ist.

Trübe Zeit im November

Kurz stand das Fenster wieder offen
Häppchen von Kunst warn zu erhoffen
Mit Abstand zu wenig, mehr gab es nicht
Das Fenster wird erneut geschlossen
Man macht das Fenster wieder dicht.

Ein Lüftchen durch das Leben zog
Entlüftung kaum auf einen Stoß
Der Luftzug hat uns nicht erfrischt
Es war die kleine Ahnung bloß
von dem was wär‘, wenn’s wirklich ist.

Wenn die Kunst auch nicht als Nahrung zählt
Fürs Leben man sie nicht wichtig hält
Sie nährt‘ den Künstler doch zurecht
Der sich ohne Geld alltäglich quält
Bei geschloss’nem Fenster geht’s dem Künstler schlecht.

Im November gehn wir nicht hinaus
Publikum und Künstler sind zu Haus
Beide schon vermissen sich, einer mehr als bitterlich!
Hoffen sehr sie kommen wieder raus
Bei geschloss‘nem Fenster ist nur trübes Licht.
Der Kultur geh‘n dann die Lichter aus.

Schwab 20/10

Biedermann und Milieugesellen

Den Biedermann und die Milieugesellen
Findet man an vielen Stellen.
Stets drauf achtend, dass keiner ihre Kreise stört,
Das wär doch wirklich unerhört!

Der Biedermann und die Milieugesellen

Den Biedermann und die Milieugesellen
Findet man an vielen Stellen.
Stets drauf achtend, dass keiner ihre Kreise stört,
Das wär doch wirklich unerhört!
Sie hätten‘s gern so klein und fein
Sie möchten Hand in Hand marschieren
Sie meiden stets die Streiterein
Denn stritten sie, ging‘s an die Nieren.

Dem Biedermann und den Milieugesellen
Darf keiner ihre Welt in Frage stellen.
Den bekämpfen sie mit festem Willen
Würden ihn am liebsten Grillen.
Weil sie doch des Friedhofs Ruhe lieben.
Beten dort an ihre Götzen
Die Andern werden streng vertrieben.
Sie wollen nicht auf neue Karten setzen.

Den Biedermann und die Milieugesellen
Die darfst du in keinem Fall verprellen
Durch eignes Tun, mit frechen Sätzen
Die ihre dünne Haut verletzen
Man empört sich und man gerne hetzt
So über jene, die sie garnicht mögen
Weil ihr Sein das traute Nest verletzt.
Denn sie geh‘n auf eignen Wegen

Der Biedermann und die Milieugesellen
Sich allerorts zueinander stellen
Verein, Partei, Freundeskreis und Arbeitsstelle
In vertrauter Einheit pflegt man die Kultur
Befolgt stets deren Regeln, bleibt in der Spur
Anders sein und Handeln stellt in Frage
Hohle Muster, eingeübte Zeitvertreibe
Sich ändern will man nie, zu keinem Tage
Drum hält man sich die Kritiker vom Leibe.

Schwab 20/10

Nach der Idee von Georges Brassens‘ „La mauvaise réputation“