Auf der Weinpresse

Unter den Sternen am Septemberhimmel
Der Hof erscheint als unser Zimmer
Die Weinpresse, sie ist ein altes Bett;
Die Weinlese bringt diese Stimmung in grau
Eine fremde Sehnsucht steigt in mir auf,
Aus heidnischer Erinnerung geweckt.
Schlafen wir zusammen heute Nacht!
Auf der Traubenpresse das Bett gemacht.
Gönnen wir uns diesen Spaß!
Schlafen wir zusammen heut Nacht,
Auf den Trauben unser Bett gemacht.
Margot, Margot, mein Schatz!

In den Trauben wie ein Teppich von Blüten
Wirst in genußvoller Lust darin liegen
Wirst meine Bacchantin sein.
Uns heftig umarmend, voller Entzücken
Wirst du süße Trauben zerdrücken
Unter wiegendem weißen Leib.
Schlafen wir zusammen heute Nacht,
Auf der Traubenpresse das Bett gemacht.
Gönnen wir uns diesen Spaß!
Schlafen wir zusammen heut Nacht,
Auf den Trauben unser Bett gemacht
Margot, Margot, mein Schatz!

Unter unseren Küssen und Bissen
Wird sich reichlich roter Saft vermischen,
Der aus Mündern und reifen Trauben;
Wir pressen des Herbstes neuen Wein.
Er wird krügeweise unter uns sein,
Je mehr wir in die Liebe eintauchen.!
Schlafen wir zusammen heute Nacht,
auf der Traubenpresse das Bett gemacht.
Gönnen wir uns diesen Spaß!
Schlafen wir zusammen heut Nacht
auf den Trauben unser Bett gemacht
Margot, Margot, mein Schatz!

In des Morgens dämmerndem Schein
Trinken wir unseren Teil roten Weins,
Nach der Arbeit an unserer Liebe heut Nacht;
Glaub mir, wir werden in ihr versinken
Wir werden Krüge davon trinken,
Wenn der Morgen dämmernd erwacht!
Schlafen wir zusammen heute Nacht,
auf der Traubenpresse das Bett gemacht.
Gönnen wir uns diesen Spaß?
Schlafen wir zusammen heut Nacht,
auf der Trauben unser Bett gemacht
Margot, Margot, mein Schatz!

(Nach einem Text von Gaston Couté und dem Lied von La Tordue)

Männer mit Bart

Erotik

Erotik oder nicht,
der Bart beim Manne
wächst einfach im Gesicht.
Wird er nicht rasiert und nicht gestutzt
– dann bleibt er als des Mannes Putz.
Putzen tun sich Frauen auch,
doch ist der Bart hier selten in Gebrauch.
Ob der Bart denn Mann so wirklich macht,
ziehen wir nun gar nicht in Betracht.
Erotik ist was gegenseitig zieht
– mit und ohne Bart –
entscheidet das Gemüt.
16/08

Von der Nudelsuppe

Da schwimmt einer vor dir an Land.
Steigt aus dem Wasser an den Strand.
Fragt man sich dann an welcher Stell’
Er in die wilden Wellen stieg
sah’ man vorher noch nichts von ihm.
Manchmal hofft man ja auf ein Wunder.
Manchmal glaubt man, es geht noch bunter.
Noch ist Hoffnung nicht gestorben.
Ich glaub‘ ja noch an Morgen.

Kommt der Fremde angelandet
Am Ort, wo du jeden kanntest
Strahlend seine Augen und sein Teint
Fragt man sich, woher das wohl kam.
Sonne hatten wir nicht im Gesicht
Gelächter gab’ hier lange nicht.
Manchmal hofft man ja auf ein Wunder.
Manchmal glaubt man, es geht noch bunter.
Noch ist Hoffnung nicht gestorben.
Ich glaub‘ ja noch an Morgen.

Ein Platz neben dir ist noch frei
Deut’ ihm, dass es der seine sei.
Folge ihm fest mit deinem Blick
Halt ihn fest, wenn er blickt zurück.
Stockend ist noch der erste Schritt
Schneller schon, denn er fasst den Tritt.
Manchmal hofft man ja auf ein Wunder.
Manchmal glaubt man, es geht noch bunter.
Noch ist Hoffnung nicht gestorben.
Ich glaub‘ ja noch an Morgen.

Hat bei dir den Platz genommen
Stolz schaut er; Blick leicht verschwommen
Hörst wie er fest erklärt: “Hallo,
Honey ich bin so richtig froh
Hab’ nicht gesucht, dich gefunden
Alle Zeit, die letzten Stunden.”
Manchmal hofft man ja auf ein Wunder.
Manchmal glaubt man, es geht noch bunter.
Noch ist Hoffnung nicht gestorben.
Ich glaube ja noch an Morgen.

Strahlender Blick, der hohle Satz,
Das war schon der einzige Schatz.
Tiefer konnte er nicht tauchen,
Worten Leben einzuhauchen.
Nun sitzt er stolz der tumbe Held
Neben dir und hat nicht mal Geld.
Manchmal hofft man ja auf ein Wunder.
Manchmal glaubt man, es geht noch bunter.
Noch ist Hoffnung nicht gestorben.
Ich glaub‘ ja noch an Morgen.

Es war wohl doch die Nudelsuppe
Auf der er so schwamm als Puppe.
Der Suppe war das angenehm,
Aufgeblasen kann nicht untergehn.
Ist die Suppe gehaltlos klar,
Ist jeder Inhalt vorzeigbar.
Manchmal hofft man ja auf ein Wunder.
Manchmal glaubt man, es geht noch bunter.
Noch ist Hoffnung nicht gestorben.
Ich glaub‘ ja noch an Morgen.
Swa 2018/04