Eine Jazz-Geschichte

Seit Jahren, zwanzig sollen es sein, treffen sich vier Musiker jeden Donnerstag im Schlagzeugstudio von Georg von Kügelgen in Kiel. Den Tee, den er für seine Bandkollegen vorbereitet, trinken Stephan Sheja, der aus Brux am Westenssee kommt, Christian Wolff aus Neumünster und Peter Goden aus Aukrug. Sie proben an Stücken, die Peter immer wieder neu mitbringt.

Seit Jahren, zwanzig sollen es sein, treffen sich vier Musiker jeden Donnerstag im Schlagzeugstudio von Georg von Kügelgen in Kiel. Den Tee, den er für seine Bandkollegen vorbereitet, trinken Stephan Sheja, der aus Brux am Westenssee kommt, Christian Wolff aus Neumünster und Peter Goden aus Aukrug. Sie proben an Stücken, die Peter immer wieder neu mitbringt. An die Hundert sollen es inzwischen sein. Peter stellt damit immer wieder Herausforderungen an Stephan mit seinem Piano, Christian am Bass (der ihn inzwischen genauso mag wie die Gitarre) und Georg ist eh in seinem Element am Schlagzeug.  Kein Wunder, wenn so mancher Tee kalt wurde und neu aufgesetzt werden musste.

Spielen sie eigentlich auch Standards, wäre fast müßig zu fragen. Ginge auch, ist abr nicht nötig. Peter Godens Kreativität in der Komposition scheint unerschöpflich. Somit ist bei jedem Konzert immer mal wieder etwas Neues dabei oder Altes, das neu zu Gehör gebracht wird. Jedes Konzert der vier von JAZZ ORANGE wird ein neuer Reigen von bildhaften und ausdrucksstarken Stücken, ein musikalisches Kaleidoskop. Eine Variété von Szenen, Bildern und Geschichten, in denen Gefühle und Stimmungen lebendig werden. Man hört den Bass tanzen, fühlt das Unbehagen und die Schwierigkeiten, das mancher mit dem Dreivierteltakt beim Walzer hat, fühlt die Stimmung beim Spaziergang zu zweit, bei dem keiner ins Leere greift, sitzt am Strand und und genießt in der Morgendämmerung, wie die Sonne am Horizont ihr Erscheinen ankündigt und am Ufer des Flusses, der an einem vorbeiströmt.  Oder man ist endlich wieder unterwegs und reist durch die Welt.

Mann kann auch nachvollziehen, wenn nach der konzentrierten Abgeschlossenheit einer (Bach-)Probe, die Musiker wieder in das „Wilde Leben“ der Holtenauer Straße treten. Und als notwendiger Abschluss: „Colored Snow“, bei dem  immer wieder der Tangotakt durchbricht.

So erlebt mit JAZZ ORANGE im KDW Neumünster

Swa 18/11