Nicht immer

Auf vollgeschrieb’ne Bogen wirft er einen Blick
Ohne Wehmut lässt er sie zurück
Hinauszugehen drängt es Ihn
In frischer Luft zu Lüften Kopf und Hirn

Nicht immer

Auch ein Raucher raucht nicht immer
Draußen raucht er, nicht im Zimmer!
Drinnen rauchen ist ein alter Zopf
Drinnen qualmt allein der Kopf
Gedankenwelten bilden sein Revier
Gedankenwolken bringt er zu Papier
Formt und baut aus Wörtern Sätze
Zimmert ellenlange Texte

Bis er nicht mehr weiter weiß
Aus allen Poren dringt der Schweiß
Zu schwarzem Qualm verfärbt die hellen Wolken
Kein Gedanke kann im Dunkeln andern folgen

Er legt den stumpfen Griffel auf den Tisch
Und schwer vom Stuhl erhebt er sich
Auf vollgeschrieb’ne Bogen wirft er einen Blick
Ohne Wehmut lässt er sie zurück
Hinauszugehen drängt es Ihn
In frischer Luft zu Lüften Kopf und Hirn

Wer denkt, der denkt nicht immer
Drinnen dachte er – im Zimmer
Gedankensuppe lässt er nun im Topf
Frei atmen, Luft umweht den Kopf

Zu rauchen drängt es ihn in seinen Sinnen
Er raucht nur draußen, raucht nicht drinnen!
Zum Denken hat er ja sein Zimmer
Auch der Denker denkt nicht immer.

Siegbert Schwab 21/04